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Christine Schörkhuber

Christine Schörkhubers Soundperformance im Dunkeln liegt die Faszination an den leisen Geräuschen zugrunde, die beim Streichen der Hände über Texturen entstehen.
Durch die völlige Dunkelheit kann die Dimension und Beschaffenheit des Raumes nicht durch einen visuellen Eindruck erfasst werden.
Die Performerin begreift die Abmessungen des Raumes haptisch durch Bewegung und Vorantasten im Raum, das Publikum erlebt diesen Vorgang als Klangerlebnis mit.
Mit Mikrofonen, die in den Innenseiten der Handflächen getragen werden, werden die Oberflächen und architektonischen Merkmale eines Raums mit den Fingern abgetastet und in Audiosignale umgewandelt.

Diese Signale erzeugen ein akustisches Abbild des Raumes.

Der Zugang zu dieser Performance gründet sich auf Merleau-Ponty ́s Wahrnehmungsphilosophie. Seine phänomenologischen Schriften beschreiben den Leib in seiner Ambiguität als Erfahrungsmedium von Welt und gleichzeitig als Bestandteil der wahrnehmbaren Welt.
Der Leib, der Körper ist Medium und Vermittler, er strukturiert die Weltwahrnehmung, ist gleichzeitig das Innen und das Außen. Der sinnliche Eindruck wird dabei durch eine Synthese mehrerer Sinnesorgane zu einer Art Gesamtsinn zusammengeführt. Räumlichkeit entwickelt sich erst im Bezug auf den Körper und beginnt sich durch die haptische und auditive Erschließung zu konstituieren.

Die Haut der Finger wird zu Tonabnehmer der Klänge, die in den Rillen, Rissen und Unebenheiten der Oberflächen verborgen liegen.

 

www.chschoe.net
https://soundcloud.com/cannedfit

 

 

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